| Veranstaltung: | KjG Bundeskonferenz 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 1. Anträge |
| Antragsteller*in: | SAS Revision Thomas Morus |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 04.05.2026, 20:48 |
A6: Positionierung Thomas Morus als Verbandspatron
Antragstext
Die KjG hat eine kritische Haltung zu ihrem Verbandspatron und sich insbesondere
in den letzten zwei Jahren kritisch mit der Person Thomas Morus
auseinandergesetzt.
In dieser Auseinandersetzung haben sich einige Punkte als blinder Fleck der
Rezeptionsgeschichte gezeigt. Trotz aller positiv hervorzuhebenden Aspekte, die
in der Verbandshistorie der KjG im Fokus standen, wollen wir auch diese Seite
Thomas Morus‘ aufgreifen.
Die KjG bekennt sich zum Heiligen Thomas Morus als ihrem Verbandspatron. Dabei
werden zukünftig sowohl positive Aspekte der Person wie
- seine humanistischen Idealen inkl. der Bildung aller Geschlechter,
hervorgehoben, aber auch kritisch einzuordnende Teile seines Lebens betont.
Hierzu zählen vor allem:
- seine polemische Haltung gegenüber den Anliegen und Bestrebungen der
Reformation,
- die Verfolgung von sogenannten Häretiker*innen bis hin zu einzelnen
Hinrichtungen in seiner Regierungszeit,
- das starre Festhalten an den reformbedürftigen kirchlichen Strukturen, die
er selbst erkannt hatte.
Zudem sind im Prozess die Schwierigkeiten eines zeitgemäßen Zugangs zu Heiligen
und Patronaten deutlich geworden. Sowohl die traditionelle Sichtweise als auch
der Begriff ‚Heiligkeit‘ bergen Probleme, die sich sowohl aus theologischer
Sicht zeigen als auch immer wieder im persönlichen Zugang der Mitglieder zu
Thomas Morus.
Die Mitglieder der KjG auf allen Ebenen sind aufgefordert sich intensiver mit
Thomas Morus als Verbandspatron zu beschäftigen, um eine eigene Haltung zur
historischen Person und einen möglichen Zugang zum Heiligen Thomas Morus zu
entwickeln. Über den Prozess und die Ergebnisse der Arbeit des Sachausschuss
soll auf der Homepage der KjG sowie in einer Social-Media-Kampagne informiert
werden. Dort werden außerdem Materialien zu Thomas Morus (Informationen,
geistliche Impulse, etc.) gesammelt und zugänglich gemacht.
Begründung
Auf Initiative des Diözesanverband Münster hat der Bundesverband auf der Bundeskonferenz 2024 mit dem Antrag ‚Beschäftigung mit Thomas Morus, unserem Patron‘ einen Prozess der kritischen Auseinandersetzung mit dem Verbandspatron Thomas Morus beschlossen.
Anstoß der Kritik waren zum einen Morus‘ Haltung zu Ehe und Scheidung sowie zum anderen seine Positionen gegenüber den aufstrebenden reformatorischen Kräften bis hin zur Verfolgung und Hinrichtungen von Vertreter*innen in seiner Zeit als Lordkanzler.
Seit der Bundeskonferenz 2024 hat ein Sachausschuss hierzu gearbeitet, eine innerverbandliche Umfrage erstellt und ausgewertet, das Thema an Konferenzen ins Gespräch gebracht und sich wissenschaftlich mit der historischen Person sowie der Rezeption des Heiligen Thomas Morus beschäftigt.
Die Umfrage hat deutlich gemacht, dass zwar einem erheblichen Teil der KjG die Person Thomas Morus‘ und/oder ein Patron nicht wichtig ist bzw. keine persönliche Relevanz hat, aber auch, dass dieser für viele KjG´ler*innen Vorbildcharakter, große Bedeutung für ihre Verbandsidentität oder persönliche Spiritualität hat. Um die festgestellte ‚Leerstelle‘ bezüglich der Beschäftigung mit Thomas Morus zu füllen, ist eine größere Beschäftigung mit ihm wünschenswert.
Zum Abschluss des Prozesses soll dieser Antrag ein grundsätzliches Bekenntnis zu Thomas Morus als Verbandspatron darstellen, die kritischen Punkte hervorheben und anerkennen sowie Mitgliedern einen eigenen Zugang zur persönlichen Auseinandersetzung eröffnen.
Zusammenfassung in einfacher Sprache
Die KjG hat über Thomas Morus nachgedacht. Er ist der Schutz-Patron der KjG.
Thomas Morus hat gute Seiten: Er hatte ein starkes Gewissen. Er war für Bildung für alle. Er hatte Humor.
Aber es gibt auch schwierige Seiten: Er war gegen andere Glaubensrichtungen. Er ließ Menschen verfolgen.
Die KjG sagt: Thomas Morus bleibt Schutz-Patron. Aber wir wollen auch kritisch auf ihn schauen.
