| Veranstaltung: | KjG Bundeskonferenz 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 3.1. Anträge |
| Antragsteller*in: | Bundesleitung |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 04.05.2026, 19:35 |
A5: Sexuelle Bildung - Unsere Haltung. Unsere Verantwortung.
Antragstext
Die KjG versteht sich als Raum, in dem junge Menschen Orientierung finden
können, selbstbestimmt Entscheidungen treffen und so Verantwortung für sich
selbst und andere übernehmen. Dabei sind Fragen von Sexualität, Identität und
Beziehung relevante Themen in der Lebensrealität von Kindern, Jugendlichen und
jungen Erwachsenen. Deshalb ist Sexuelle Bildung ein fester Bestandteil unserer
pädagogischen und gesellschaftspolitischen Haltung.
Sexuelle Bildung ist ein grundlegender Bestandteil einer ganzheitlichen Bildung
und trägt wesentlich zur Entwicklung von Selbstbewusstsein, Respekt und
Verantwortungsfähigkeit bei. In einer vielfältigen Gesellschaft ist es
notwendig, Räume für offene Gespräche zu schaffen und Wissen zugänglich zu
machen.
Als katholischer Verband leiten wir unser Handeln aus dem christlichen
Menschenbild ab: Jeder Mensch ist in seiner Würde einzigartig und von Gott+
gewollt. Eine zeitgemäße Sexuelle Bildung steht für uns nicht im Widerspruch zu
unserem Glauben, sondern ist Ausdruck von Verantwortung und Nächstenliebe.
Dieses Themenfeld soll aktiv gestärkt, weiterentwickelt und sichtbar gemacht
werden. Dazu gehört insbesondere:
- Bildungsarbeit stärken: Die sexualpädagogische Arbeitshilfe "Erste
Allgemeine Verunsicherung" der KjG wird durch eine Arbeitsgruppe nach
aktuellen fachlichen Standards überarbeitet und durch weitere Methoden und
Inhalte ergänzt. Dieses Material wird den Diözesanverbänden und
Ortsgruppen digital zur Verfügung gestellt. Vernetzung und Austausch im
Themengebiet soll im Rahmen bestehender Veranstaltungsformate und einem
Fachtag gefördert werden, um Handlungssicherheit und Fachkompetenz in
diesem Bereich zu stärken.
- Verantwortung übernehmen: Der Verband setzt sich aktiv für eine
umfassende, diskriminierungssensible und zeitgemäße Sexuelle Bildung ein.
Auch im Rahmen unserer Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt wird
Sexuelle Bildung in Konzepten verankert.
- Stigmata abbauen: Durch Aufklärung, Reflexion und offene
Auseinandersetzung sollen Tabus und Vorurteile rund um Sexualität,
Identität und Vielfalt abgebaut werden. Vor allem das queere Netzwerk
KjGay und der Sachausschuss Geschlechtergerechtigkeit und -vielfalt stehen
dafür zur Verfügung.
Begründung
Sexuelle Bildung ist ein Teilbereich unserer Bildungsarbeit, der nicht nur einen Ursprung in der Lebensrealität junger Menschen hat, sondern der für uns auch mit einer ausdrücklichen Haltung verbunden ist.
Im vergangenen Jahr, haben wir Raum zum Austausch über die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen geschaffen. Dabei ist immer wieder deutlich geworden, dass eine gute sexuelle Bildung Menschen dazu befähigt selbstbestimmt und informiert Entscheidungen für sich selbst und ihren Körper zu treffen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Das haben wir als Impuls genutzt um unsere Haltung und den damit verbundenen Auftrag zu schärfen.
Schon in der Vergangenheit wurde das Themenfeld Sexualpädagogik durch die KjG bearbeitet: Es spielt eine Rolle im Kontext Präventions sexualisierter Gewalt, im Bereich Geschlechtergerechtigkeit und - vielfalt und im Rahmen von ganzheitlicher Bildung und Entwicklung von jungen Menschen. Es gibt bereits eine sexualpädagogische Arbeitshilfe der KjG, "Erste Allgemeine Verunsicherung", die in ihrem Umfang immer noch ein Alleinstellungsmerkmal im Bereich kirchlicher Gruppen ist. Es hat sich bereits eine Arbeitsgruppe dem Projekt angenommen, die Arbeitshilfe fachlich zu überarbeiten. Die Überarbeitung soll auch durch diesen Antrag nochmal bestärkt und ggf. mit weiteren Anforderungen auf den Weg gebracht werden.
Zusammenfassung in einfacher Sprache
Die KjG ist ein Ort, an dem junge Menschen lernen können, wer sie sind und was ihnen wichtig ist. Hier können sie eigene Entscheidungen treffen und lernen, gut für sich selbst und andere zu sorgen.
Themen wie der eigene Körper, Gefühle, Liebe, Freundschaft und wer man ist, gehören zum Leben von Kindern und Jugendlichen dazu. Deshalb ist es wichtig, darüber zu sprechen und etwas darüber zu lernen.
Sexuelle Bildung bedeutet: Man lernt etwas über den eigenen Körper, über Gefühle, über Grenzen und darüber, wie man andere respektiert. Das hilft dabei, selbstbewusst zu werden und verantwortungsvoll zu handeln.
Wir leben in einer Welt mit vielen unterschiedlichen Menschen. Deshalb ist es wichtig, offen miteinander zu reden und Fragen stellen zu dürfen.
Als katholische Gruppe glauben wir: Jeder Mensch ist besonders und wertvoll. Jeder Mensch ist so gewollt, wie er ist. Deshalb passt es für uns gut zusammen, an Gott zu glauben und über diese Themen zu sprechen. Es zeigt, dass wir Verantwortung übernehmen und gut miteinander umgehen wollen.
Wir möchten dieses Thema noch stärker machen und weiter daran arbeiten. Das heißt:
Wir wollen unsere Materialien verbessern, damit Betreuer*innen gut helfen können. Es gibt dazu schon eine Sammlung von Infos und Lernmaterialien, die heißt „Erste Allgemeine Verunsicherung“. Die Sammlung soll erneuert werden. Alle Gruppen sollen darauf zugreifen können und sich austauschen. Dazu soll ein Fachtag veranstaltet werden.
Wir setzen uns dafür ein, dass alle etwas über das Thema lernen können. Außerdem wollen wir Kinder und Jugendliche vor Gewalt schützen. Deshalb sprechen wir offen über Körper, Gefühle und Grenzen.
Manche Menschen finden diese Themen schwierig oder haben falsche Vorstellungen. Wir wollen offen darüber sprechen, damit niemand sich schämen muss und alle respektiert werden.
