| Veranstaltung: | Bundesrat Herbst 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 1. Anträge |
| Status: | Beschluss |
| Beschlossen am: | 17.10.2026 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Strukturen Präventionsarbeit auf Bundesebene
Beschlusstext
Der Bundesverband richtet zur Stärkung und Weiterentwicklung der
Präventionsarbeit eine AG Prävention sowie ein System ehrenamtlicher
Ansprechpersonen für Prävention ein.
Es wird eine Arbeitsgruppe Prävention als fachlich beratendes und
unterstützendes Gremium auf Bundesebene eingerichtet.
Die Mitarbeit in der AG Prävention ist offen und bedarf keiner Wahl. Besonders
wünschenswert für die Mitarbeit sind praktische Vorerfahrungen oder fachliche
Expertise in den Arbeitsfeldern Prävention sexualisierter Gewalt, Aufarbeitung
und Gewaltschutz. Die Einladung zur Mitarbeit richtet sich explizit sowohl an
hauptamtliche (Fach-)kräfte als auch an ehrenamtliche Personen.
Die AG wird durch die bundesverbandlichen Präventionsfachkräfte begleitet.
- die Beratung der bundesverbandlichen Präventionsfachkräften bei der
Umsetzung und regelmäßigen Revision des Institutionellen Schutzkonzeptes
(ISK)
- die Beratung bei der Weiterentwicklung von Präventionsmaßnahmen und -
strukturen
- die fachliche Unterstützung und Beratung bei der Vorbereitung und
Durchführung von Veranstaltungen
- die Prüfung und ggf. Entwicklung bundesweiter Standards oder
Handlungsempfehlungen für die Präventionsarbeit
- die Unterstützung der Diözesanverbände (DVs) bei der Umsetzung und
Weiterentwicklung ihrer Präventionsarbeit
2. Einrichtung ehrenamtlicher Ansprechpersonen für Prävention
Neben den hauptamtlichen Präventionsfachkräften wird ergänzend die Stelle der
ehrenamtlichen Ansprechpersonen für Prävention eingerichtet.
Insbesondere im Mitteilungs- oder Konfliktfall, bei dem Vorwürfe gegenüber der
Bundesleitung oder den hauptamtlichen Mitarbeiter*innen der Bundesstelle erhoben
werden, sollen die ehrenamtlichen Ansprechpersonen zur Verfügung stehen und
nehmen eine vermittelnde Funktion ein und sind im Interventionsteam an der
Begleitung des Falles beteiligt.
Die ehrenamtlichen Ansprechpersonen sollen als beratende Mitglieder bei der
Bundeskonferenz[1] und als Gäste am Verwaltungsrat teilnehmen können. Es liegt
in der Kompetenz der ehrenamtlichen Ansprechpersonen diese Gremien über Verstöße
der Bundesleitung gegen das Institutionelle Schutzkonzept in geeignetem Maße zu
informieren.
Zu den Aufgaben der ehrenamtlichen Ansprechpersonen gehören außerdem:
- Mitwirkung im Interventionsteam im Verdachts- bzw. Vorfällen von Gewalt
und Diskriminierung
- Einbringen von Anliegen und Perspektiven aus der ehrenamtlichen Arbeit in
die bundesverbandlichen Strukturen, insbesondere bei der Weiterentwicklung
der Präventionsarbeit
- Vermittlung zwischen ehrenamtlich Engagierten, den hauptamtlichen
Präventionsfachkräften sowie den zuständigen bundesverbandlichen Gremien
und Stellen
Die ehrenamtlichen Ansprechpersonen stehen in einem regelmäßigen Austausch mit
den hauptamtlichen Präventionsfachkräften. Sie haben die Pflicht zur fachlichen
Weiterbildung.
Die Amtszeit der ehrenamtlichen Ansprechpersonen beträgt 2 Jahre.
Das Institutionelle Schutzkonzept der KjG Bundesebene und der Bundestelle der
Katholischen jungen Gemeinde e.V. wird ensprechend der in diesem Beschluss
geregelten Maßnahmen aktualisiert.
[1] Dies soll bei der nächsten Änderung der Bundessatzung auch formal dort
festgehalten werden.
