| Veranstaltung: | Bundesrat Herbst 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 1. Anträge |
| Status: | Beschluss |
| Beschlossen am: | 17.10.2026 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Selbstverpflichtung zur Mitwirkung an der BDKJ-Aufarbeitungsstudie
Beschlusstext
Der KjG-Bundesverband mit seinen Diözesanverbänden verpflichten sich mit diesem
Beschluss selbst dazu, das Forschungsvorhaben zur Aufarbeitung sexualisierter
Gewalt im BDKJ und seinen Verbänden in allen Phasen proaktiv, zeitnah und
umfassend zu unterstützen.
Die KjG-Bundesleitung wird dazu beauftragt, eine entsprechende
Kooperationsvereinbarung mit dem BDKJ-Bundesverband abzuschließen. Der KjG-
Bundesverband mit seinen Diözesanverbänden verpflichtet sich darin zu folgenden
konkreten Handlungen:
1. Benennung einer festen Koordinationsperson: Die KjG-Bundesebene benennt
innerhalb von zwei Wochen nach Unterzeichnung dieser Vereinbarung eine
namentliche Ansprechperson (inkl. Kontaktdaten) für die Forschungsinstitute.
Diese Person steuert verbandsintern alle Anfragen, koordiniert Termine und
stellt die Schnittstelle zum Forschungsteam dar. Die KjG Bundesebene informiert
den BDKJ-Bundesvorstand und die Forschungsinstitute unverzüglich bei einem
Wechsel der Koordinationsperson.
2. Archiv- und Aktenzugang: Der KjG-Bundesverband mit seinen Diözesanverbänden
verpflichtet sich, den Forschenden auf Anfrage uneingeschränkten,
datenschutzkonformen und unentgeltlichen Zugang zu allen historischen und
aktuellen Akten, Protokollen, Beschlüssen, Personal- und Fallunterlagen sowie
Archivbeständen in seinem Verantwortungsbereich zu gewähren. Der KjG-
Bundesverband mit seinen Diözesanverbänden leistet eine grundlegende
organisatorische Zuarbeit bei der Sichtung und Bereitstellung vor Ort. Der KjG-
Bundesverband mit seinen Diözesanverbänden wirkt aktiv daran mit, Zugang zu
allen relevanten historischen und aktuellen Akten, Protokollen, Beschlüssen,
Personal- und Fallunterlagen sowie Archivbeständen zu gewähren, die ihn
unmittelbar betreffen.
3. Unterstützung bei der Forschung: Der KjG-Bundesverband mit seinen
Diözesanverbänden unterstützt das Forschungsteam aktiv bei der Gewinnung von
Interviewpartner*innen (Zeitzeug*innen, aktive/ehemalige Ehren- und
Hauptamtliche, Betroffene). Diese Pflicht erstreckt sich auf alle qualitativen
Formate (Präsenz-, Online- oder Telefoninterviews, Einzel- oder
Gruppenbefragungen). Bei quantitativen Erhebungen (Dunkelfeldforschung)
garantiert der KjG-Bundesverband mit seinen Diözesanverbänden die proaktive
Distribution von Informationsschreiben der Forschungsinstitute, Fragebögen oder
digitalen Umfragelinks über seine offiziellen Kommunikationskanäle.
4. Unterstützung der Beteiligung von Leitungskräften: Um die strukturellen
Bedingungen, Machtverhältnisse und die verbandliche Kultur valide zu erforschen,
motiviert der KjG-Bundesverband mit seinen Diözesanverbänden seine Vorstände,
Geschäftsführungen und präventionsverantwortlichen Schlüsselpersonen auf Bundes-
, Diözesan-, Regional- und Ortsebene zur aktiven und vollständigen Teilnahme an
den für diese Zielgruppe vorgesehenen Befragungen und Erhebungen.
5. Innerverbandliche Öffentlichkeitsarbeit: Zur innerverbandlichen
Öffentlichkeitsarbeit und der Unterstützung der Teilnehmendenakquise trägt der
KjG-Bundesverband mit seinen Diözesanverbänden innerhalb seiner eigenen
Verbandsstrukturen (einschließlich seiner Untergliederungen, Mitgliedsverbände
und regionalen Ebenen) eigenverantwortlich Sorge für die zeitnahe Weitergabe von
Informationen, Berichten und offiziellen Mitteilungen zum Forschungsvorhaben.
Dies umfasst insbesondere die verpflichtende und proaktive Platzierung von
Aufrufen zur Mitwirkung (z.B. für Interviews oder Online-Befragungen) in den
eigenen innerverbandlichen Medien (wie Newsletter, Mitgliederzeitschriften,
digitalen Kanälen) sowie im Rahmen von Gremiensitzungen und Versammlungen.
