Änderungen von A8 zu A8
| Ursprüngliche Version: | A8 (Version 1) |
|---|---|
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 28.04.2026, 18:35 |
| Neue Version: | A8 (Version 2) |
|---|---|
| Status: | Beschluss |
| Eingereicht: | 30.05.2026, 11:00 |
Titel
Antragstext
Von Zeile 1 bis 3:
Wir schließen uns als KjG-Bundesverband den Positionen des BDKJ-Bundesverbands[1] an und sprechen uns gegen ein pauschales Verbot von Social-Media für Kinder und Jugendliche aus.
Als Katholische junge Gemeinde (KjG) sprechen wir uns gegen ein pauschales Verbot von Social-Media für Kinder und Jugendliche aus und schließen uns den Positionen des BDKJ-Bundesverbands[1] an.
Von Zeile 10 bis 20:
Verbot für unter 16-Jährige zu kurz greift und Probleme mit Blick auf Jugendschutz nicht löst[2]. Dabei sehen wir, dass soziale Medien durch ihre strukturellen Eigenschaften digitale Räume schaffen, in denen problematische Inhalte besonders sichtbar werden und sich Desinformation, Hassrede sowie Gewalt leichter verbreiten können. Dadurch entstehen Gefährdungsräume, in denen Täter:innen Gewalt an Kindern und Jugendlichen einfacher ausüben können [3]. Darüber hinaus steht intensive und unreflektierte Social-Media-Nutzung in Zusammenhang mit psychischen Belastungen wie erhöhtem Stress, Angststörungen, Depressionen oder einem verminderten Selbstwertgefühl [4]. Es ist jedoch nicht die bloße Nutzung sozialer Medien allein ausschlaggebend [5]. Entscheidend sind vielmehr die konkreten problematischen Plattformdesigns wie Dark Patterns oder sogenannte Adictive Designs die gezielt auf lange Nutzungszeit und wiederkehrende Interaktionen ausgelegt sind. Die Debatte sollte daher nicht ausschließlich zwischen Verbot und uneingeschränkter Nutzung geführt werden.
Alle Menschen sind von den negativen Folgen intensiver Social-Media-Nutzung betroffen. Gerade junge Menschen sind besonders gefährdet, weil Social-Media-Algorithmen problematische Inhalte wie Fake News, Hassrede, Gewalt- oder sexualisierte Darstellungen besonders sichtbar machen und Kindern und Jugendlichen häufig noch Erfahrung fehlt, solche Inhalte sicher einzuordnen[3]. Ein höheres Mindestalter ohne pädagogische Begleitung und Vorbereitung auf eine gesunde Social-Media-Nutzung im Jugendalter verschiebt das Problem lediglich. Ein Verbot dämmt die Risiken und Gefahren der sozialen Medien nicht ein und erhöht langfristig auch nicht den Schutz der Nutzer*innen.
Von Zeile 23 bis 27:
dafür private Kommunikation überwacht und sensible Daten erhoben werden müssten. Dies löst nicht die strukturellen Probleme der Plattformen, sondern verschiebt die Verantwortung weg von den Unternehmen hin zu den Nutzer*innen. Um diesen Schutz . Um den Schutz von Nutzer*innen zu verbessern, braucht es eine altersübergreifende Medienkompetenz und Medienbildung, die bereits im Kindesalter beginnt. Gleichzeitig braucht es
Von Zeile 32 bis 36:
Recht auf Teilhabe. Und dieses Recht gilt ausdrücklich auch in digitalen Räumen[4][6]. Junge Menschen brauchen sichere Orte, in denen sie sich informieren, austauschen, beraten und vernetzen können. Die Jugendstudie 2026Trendstudie "Jugend in Deutschland 2026" macht deutlich, wie stark junge Menschen von gesellschaftlichen Belastungen betroffen sind[5][7]. Gerade deshalb brauchen junge Menschen keine Verbote, sondern digitale Räume,
Von Zeile 45 bis 48:
- Plattformen sicherer gestalten. Geltende Regelungen wie der Digital Services Act
[6][8] müssen konsequent umgesetzt werden. Ohne politischen Druck werden Plattformen ihrer Verantwortung gegenüber jungen Nutzer*innen nicht gerecht. Außerdem müssen Meldemöglichkeiten für problematische oder strafbare Inhalte niedrigschwellig bekannt gemacht werden und personelle Ressourcen in der Strafverfolgung gestärkt werden, damit Verstöße konsequent verfolgt werden können.
- Verbot von Dark Patterns und Addictive Designs: Wir setzen uns für ein Verbot von Plattformdesigns ein, die Nutzer*innen manipulieren und suchtartiges Nutzungsverhalten fördern.
Von Zeile 51 bis 53:
- Jugendliche Räume selbstbestimmt nutzen können. Dazu braucht es altersgerechte Angebote, die Themen wie
DatenschutzMissbrauch von personenbezogenen Daten, Falschinformationen, digitale Risiken und psychische Belastungen ebenso berücksichtigen wie
Nach Zeile 54 einfügen:
- Stärkung von Erziehungsberechtigten und Bildungseinrichtungen: Erziehungsberechtigten kommt eine große Verantwortung in der Medienbildung zu. Vielfach wird die Basis für Regeln und Umgang mit Medien in der Erziehung im häuslichen Umfeld gelegt. Hierfür braucht es Maßnahmen, die Erziehungsberechtigte befähigen und unterstützen diese Verantwortung wahrzunehmen. Darüber hinaus muss sowohl schulische als auch außerschulische Bildung darauf ausgerichtet werden, jungen Menschen zu einem sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken zu befähigen.
Von Zeile 59 bis 60 einfügen:
- müssen Kinder und Jugendliche beteiligt werden, da sie Expert*innen ihrer eigenen digitalen Lebenswelt sind. Dabei ist es wichtig, jungen Menschen nicht pauschal fehlendes Wissen zuzuschreiben. Solche Zuschreibungen entwerten ihre Perspektiven und verhindern echte Beteiligung.
Von Zeile 72 bis 79:
Erarbeitung einer Grundlage zu Smartphones und Social Media in der KjG: Wir erarbeiten eine Grundlage, die für die KjG-Arbeit vor Ort Orientierung im Umgang mit Smartphones und Social-Media während Aktionen und Freizeiten bietet. Dazu gehören Fragen wie: Welche Regeln sind sinnvoll? Wann kann ein Smartphone-Verbot hilfreich sein?
- Die KjG Bundesebene erarbeitet eine Handreichung, die für die KjG-Arbeit vor Ort Orientierung
im Umgang mit Smartphones und Social-Media während Aktionen und Freizeiten
bietet. Dabei sollen Perspektiven von Kindern und Jugendlichen, Best-Practice-Beispiele aus der verbandlichen Praxis und Methoden zur partizipativen Gestaltung von Regeln berücksichtigt werden.
- Kritische Auseinandersetzung mit der eigenen verbandlichen Nutzung:
Wir reflektierenDie KjG-Bundesebene reflektiert kritisch unsere eigene verbandliche Social-Media-Nutzung und unseren eigenen Internetauftritt. Dabei stellen wir uns Fragen nach Sinnhaftigkeit, Vorbildfunktion und
Von Zeile 81 bis 83 einfügen:
- von Kindern und Jugendlichen um? Wie können wir unsere eigene Nutzung sicherer und bewusster gestalten? Welche Social-Media-Plattformen wollen wir nutzen? Die Ergebnisse aus dieser Auseinandersetzung werden aktiv mit den unteren Ebenen geteilt.
Von Zeile 90 bis 96:
[3]https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/pressemitteilungen/sexualisiert-e-de/bmbfsfj/aktuelles/pressemitteilungen/sexualisierte-gewalt-und-hassinhalte-gefaehrdungen-fuer-kinder-und-jugendliche-im-netz-nehmen-zu-265090?utm_source=copilot.com
[4] Naslund, J.A., Bondre, A., Torous, J. et al. Social Media and Mental Health: Benefits, Risks, and Opportunities for Research and Practice. J. technol. behav. sci. 5, 245–257 (2020). https://doi.org/10.1007/s41347-020-00134-x
[5] Avci, H., Baams, L. & Kretschmer, T. A Systematic Review of Social Media Use and Adolescent Identity Development. Adolescent Res Rev 10, 219–236 (2025). https://doi.org/10.1007/s40894-024-00251-1
[4][6]Allgemeine Bemerkung 25 zur UN-Kinderrechtskonvention
[5]https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/jugend-studie-2026-deutschland-100.html
[7]https://cdn.prod.website-files.com/6729ed5c5e23342c69e72a11/69c0fc91e3d6c3e8d81a2c0c_PRESSEMITTEILUNG%20T-rendstudie%20Jugend%20in%20Deutschland%202026.pdf
[6][8]https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/digital-services-act
